Das richtige Fundament

Die Grundlage für die Standfestigkeit jedes Bauwerks ist ein solides Fundament.

Die Gründung / Fundamenterstellung bildet hierbei statisch und konstruktiv den ganz besonders wichtigen Übergang zwischen Boden und Bauwerk, um Eigengewicht und zusätzliche Lasten, wie Winddruck und Schneelast, aufzunehmen und an den Untergrund abzugeben. Damit es nicht zu einer Kompression des Bodens und zu Veränderung der Standfestigkeit des Bauwerkes kommt, ist besonders bei Punktfundamenten darauf zu achten, dass die Gründung auf „gewachsenem Boden“ erfolgt.

Neben der meist umgesetzten Variante aus Beton, finden sich im Markt vermehrt auch alternative Fundamentarten, wie z.B. Ramm- oder Schraubfundamente.

Nicht zuletzt jedoch aus Gründen der einfachen Möglichkeit zur bauseitigen Selbsterstellung, konzentrieren wir uns nachfolgend auf die Ausführungsweise mit Beton und Stahlarmierung, woraus sich folgende Fundamentumsetzungen charakterisieren lassen:

  • Punkt- bzw. Einzelfundament
  • Streifenfundament
  • Beton- bzw. Fundamentplatte
  • Köcherfundament mit Stahleinspannstütze

Welche Fundamentausführung ist für mein Dachprojekt das richtige?

Orientierung für die passende Auswahl geben Dir die nachfolgenden Fundamentbeschreibungen:

Das Punktfundament

Ist die einfachste Form einer soliden Gründung aus Beton, um punktuelle Stützlast abtragen zu können. Für Carports, Hauseingangsüberdachungen und Terrassendächer, für die keine lastabtragenden Seitenteile geplant sind, ist das Punktfundament nahezu perfekt.

Als Abmessung empfiehlt sich eine Flächengröße von 400 x 400mm und eine frostfreie Bautiefe von 800mm. Idealerweise beginnt das Fundament ca. 100 – 150mm unter der geplanten Oberkante des fertigen Fußbodens bzw. der Rasenoberkante, um ein aus dem Boden ungewollt sichtbares Herausragen des Fundaments und der Pfostenfußes zu vermeiden.

So geplant kann der Bodenbelag optimal bis an den Pfosten heran gelegt werden und auch für den nicht sichtbaren Anschluss der Pfostenentwässerung ist noch Platz.

Stampfen und stochern während und im Anschluss des Befüllens verdichtet den Beton und verhindert Lufteinschlüsse, die zu Betonrissen führen können. In flüssigem Beton hinzugefügter Armierungsstahl (Bewehrung) erhöht die Stabilität, Tragfähigkeit und den Widerstand des Betonfundamentes gegenüber Witterungseinflüssen. Mit Einsatz von Amierung entsteht der Verbundwerkstoff Stahlbeton.

Damit das Fundament bei Erstellung eine gerade Fläche auf der Oberseite erhält und beim Gießen nicht „aus der Form läuft“, ist der Einsatz einer einfachen Schalung aus Vierkantholz äußert ratsam. Als oberer Fundamentabschluss lässt sich die Schalung wunderbar ins Wasser bringen und mit Beton gefüllt gleichmäßig abziehen.

Das Streifenfundament

Ist immer dann gefragt, wenn die Belastung linienförmig abgesichert werden muss. Es eignet sich daher hervorragend als Fundamentart für einen Sommergarten oder Sommergarten Plus mit Glasschiebeanlagen in den Seitenwänden.

In Anlehnung an das Punktfundament empfiehlt sich eine Breite von 400mm und eine frostfreie Tiefe von min 800mm. Auch hier beginnt das Fundament idealerweise ca. 100 – 150mm unterhalb der geplanten Oberkante des fertigen Fußbodens, Pflasters oder den Terrassenplatten. Armierungen, z.B. in Form von Stahlmatten, erhöhen, wie oben beschrieben, die Tragfähigkeit.

Gegenüber einer durchgängigen Beton- oder Fundamentplatte sparst Du Dir jede Menge Beton. Der verbleibende Innenbereich wird idealerweise nach dem Aushärten mit Schotter aufgefüllt und verdichtet. So vorbereitet eignet sich der Untergrund ideal für die Verlegung von Pfaster und Terrassenplatten oder auch für Terrassendielen aus WPC und Holz.

Die Betonplatte / Plattenfundament

Sie bietet Terrassendächer und Sommergärten die umfassendsten Möglichkeiten, Bauteile wie Seitenteile und Schiebeanlagen einfach zu ergänzen und vielfältig Fußbodenbeläge umzusetzen. Um die Ausführung der Bodenplatte nach Vorschrift so auszuführen, dass sie den örtlichen Winddruck, Schnee- und Verkehrslasten gerecht werden kann, empfiehlt sich die mit Hinzunahme eines Statikers. Flächig auf die Betonplatte / Rohfußboden aufzubringende Kunststoff- oder Betumenschweißbahnen sind als Barriere gegen aufsteigende Feuchtigkeit unbedingt erforderlich.

Bild: Schalung der Betonplatte, kurz vor der Betonverfüllung

Bild: frisch betonierte und geglättete Betonplatte

Besonderheit Betonplatte bei Wohnwintergärten:

Für die Realisierung von Wohnwintergärten ist die Betonplatte, unter Beachtung zusätzlicher Wärmedämmmaßnahmen, ab dem 01.11.2020 Gebäudeenergiegesetz (zuvor Energie-Einspar-Verordnung – EnEV) ein absolutes Muss. Eine zwingend erforderliche Frostschürze entlang der Plattenkante verhindert, dass Regen- und Tauwasser unter die Bodenplatte läuft und zu Frostschäden führt.

Hierbei ist ganz besonders darauf zu achten, dass der Taupunkt, bei Einsatz fachgerechter Dämmung, in den Randbereichen außerhalb der Randzonen / Dampfsperre liegt. Eine gute Planung schließt bereits vor der Umsetzung weitere Versorgungsleitungen z.B. für Heizung und Stromanschlüsse mit ein. Eine in den Boden verlegte, elektrische Fußbodenheizung kann dabei eine platzsparende und sinnvolle Alternative sein, wenn die Erweiterung des hausinternen Heizkreislaufes nicht oder nur unter großem Aufwand möglich

Weitere Hinweise zur Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) / Gebäudeenergiegesetz sowie Anforderungen an den beheizten Wintergarten findest Du hier beim Bundesverband Wintergarten e.V.: https://bundesverband-wintergarten.de/wintergarten-kunden/wintergarten-ratgeber/enev-wintergarten/

Das Köcherfundament mit Stahleinspannstütze für freistehende Dächer

Ist die Befestigung am Wohnhaus aus konstruktiven oder baulich gegebenen Gründen nicht möglich, bzw. soll die Überdachung solitär komplett freistehend realisiert werden, spielt das Köcherfundament als besondere Fundamentform seine ganze Leistungsfähigkeit aus. Von den Abmessungen ähnlich wie ein Punktfunkament wird das Köcherfundament in zwei Etappen realisiert.

In Phase eins wird das Fundament bis ca. zu 300mm verfüllt und im Randbereich mit Stahlstiften bzw. einem Stahlgewebe (Köcher) versehen. Nach dem Aushärten lassen sich dickwandige Stahlstützen in die noch nicht vollständig verfüllten Fundamente befestigen. Über die weit über die fertige Fundamenthöhe hinausragenden Stahlstützen stülpen wir anschließend unsere Pfosten der Überdachung. Ist das Dach vollständig aufgebaut und ausgerichtet, wird das Fundament vollends mit Beton verfüllt. Die nach dem Aushärten in dem Beton eingespannten Stahlstützen dienen den Pfosten als unverrückbare Einschieblinge und verleihen dem Dach eine unvergleichlich hohe Statik und Standfestigkeit.

Köcherfundamente können als Punktfundament umgesetzt werden, lassen sich jedoch auch in Streifen- oder Plattenfundamente integrieren.

Tipp:

Du möchtest einen Sommergarten umsetzten oder Du planst eine spätere Erweiterung Deiner Überdachung mit Glasschiebewänden? Dann empfiehlt sich der Einsatz eines Streifen- oder Plattenfundamentes. Für Wohnwintergärten benötigte Betonplatten unbedingt mit der Planung auf die notwendige Wärmedämmung und Zuleitung achtgeben. Freistehende Dächer erhalten mit Köcherfundamenten die erforderliche Standfestigkeit.

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